Startup der Woche 51

Startup der Woche 51

17.12.2018 - 23.12.2018

4traffic

Gründung 2018

4traffic hat einen Sensor entwickelt, der an jeder Ampel in Stadt angebracht werden kann und mit softwareseitigen Algorithmen die Ampelschaltungen übernehmen kann.

Einleitung

Wer kennt es nicht? Lange Wartezeiten, Staus und verschmutze Luft. Durch eine schlecht abgestimmte Verkehrsführung kann sich die Fahrzeit leicht verdoppeln - sehr zum Leidwesen der Nerven und der Umwelt. Als Startup der Woche präsentieren wir deswegen 4traffic, ein junges Startup aus Aachen, das den Stadtverkehr durch Machine Learning und das IoT revolutionieren will. Mehr erfahren wir im Interview mit Gründer Henric Breuer.

Hallo Henric! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Kurz und knapp zum Einstieg: Was entwickelt 4traffic?

Wir entwickeln ein System zur Verbesserung des Straßenverkehrs und eine bessere Umwelt in der Stadt und Umgebung.

So ein System ist sicherlich sehr komplex und braucht viele unterschiedliche Komponenten. Wie ist eure Lösung denn technisch aufgebaut?

Unser Produkt ist eine Vereinigung von Hardware, Infrastruktur und Software, welches auf dem aktuellen Stand der Technik basierend den Stadtverkehr deutlich verbessern kann. Einfache Sensoren, die kostengünstig und leicht in der Stadt adaptiert werden, können das Verkehrsaufkommen messen und die Daten in Echtzeit in die Cloud transportieren. Dazu nutzen wir LoRaWAN und für die Verarbeitung der Daten eine Reihe von Algorithmen aus dem Bereich des maschinellen Lernens. Da wir keine Optik benutzen um Verkehrsteilnehmer zu erfassen, werden somit auch keine Personenbezogenen Daten gespeichert.

Worin genau liegt denn der Vorteil einer optimierten Verkehrsführung?

Dadurch dass wir die einzelnen Verkehrsteilnehmer wie Fahrradfahrer, Fußgänger, ÖPNV und PKWs unterschiedlich Gewichten können, werden somit auch die Grünphasen an Ampelanlagen durchflussoptimiert geschaltet und die Umwelt durch unnötig wartenden Fahrzeuge geschont. Es kommt zu geringerem Stressaufkommen im Alltag, zu weniger Stickoxidbelastung, weniger Lärm und gar dynamische Dieselfahrverbote wären möglich. Zudem gibt es die Möglichkeit, Notfallfahrzeuge schneller zu ihrem Ziel zu führen, selbst im Berufsverkehr.

Verstehe. Wie könnte denn ein Geschäftsmodell dafür aussehen?

Das ist noch nicht entgültig entschieden. Derzeit befinden wir uns im Aufbau von der unternehmerischen Seite und uns schweben verschiedene Möglichkeiten für ein Geschäftsmodell vor. Im Moment arbeiten wir eine Möglichkeit aus, eine Grundvariante anzubieten, welche mit Funktionen und Bedürfnissen erweitert werden kann.

Und wen würdet ihr dann mit euren Leistungen adressieren?

Wir möchten gerne Städte und Kommunen adressieren. Ebenso möchten wir für alle Bürger eine Verbesserung der Lebensqualität sowohl in Städten als auch auf dem Land gewährleisten. Es soll ebenfalls interessant sein für Autohersteller und Verkehrsinfrastruktur-Dienstleister. Wir wollen, dass jeder davon profitiert und vielleicht sogar einen Beitrag leisten kann.

Das klingt sehr vielversprechend! Abschließend würde es mich noch interessieren, wo ihr gerade mit der Entwicklung eures Startups steht. Ihr habt euch dieses Jahr gegrüdet, dementsprechend ist sicherlich viel passiert, oder?

Auf jeden Fall. Wir befinden uns derzeit in der Phase, in der wir nach Investoren suchen und erste Adaptierungen vornehmen möchten. Da wir vor weniger als zwei Monaten erst publik gegangen sind, sind wir noch ein recht junges Unternehmen. Wir haben erste Gespräche mit der Stadt Aachen geführt und arbeiten nun schon in einem ersten öffentlichen Projekt mit e.GO Mobile AG zusammen. Wir stehen im Kontakt mit weiteren Forschungseinrichtungen im Bereich des Verkehrsmanagements und möchten gerne den Kontakt zu Städten und Kommunen intensivieren. Darüber hinaus freuen wir uns über jeden einzelnen, den wir für unser Vorhaben begeistern konnten.

Henric, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für eure Projekte viel Erfolg und hoffen, dass wir noch viel von euch hören werden. Wer 4traffic bei seinem Vorhaben unterstützen möchte, kann gerne einen Blick in ihren Energieloft Call werfen. Dort sucht das Startup noch Investoren für die weitere Realisierung ihrer Produkte.