Startup der Woche 2

Startup der Woche 2

07.01.2019 - 14.01.2019

ewind Betreiber- und Vetriebs GmbH

Gründung 2011

ewind bietet eine Lösung zur Entsalzung von Wasser für die Landwirtschaft, ob Grundwasser oder Meerwasser. Die Technologie erzeugt nebliges Nieselfrischwasser und verteilt es großflächig über die Pflanzen. Es entsteht weniger Verlust durch Verdunstung als andere Arten der Bewässerung

Einleitung

Die Oberfläche der Erde ist zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt, doch als Trinkwasser oder zu landwirtschaftlichen Zwecken können davon nur etwa 3 Prozent genutzt werden. Da 97 Prozent der Wasserressourcen aus Salzwasser bestehen, kommt es gerade in warmen Regionen immer wieder zu Versorgungsengpässen und schlechten Ernten. Unser Startup der Woche, ewind, hat eine Technologie zur Entsalzung von Meerwasser entwickelt. Das spannende: Sie findet ihren Einsatz nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in PV-Anlagen. Wie das funktioniert, erfahren wir im Interview mit CEO Volker Korrmann.

Hallo Volker! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir starten direkt mit der ersten Frage. In einem Satz: Was macht ewind?

Mit unserer Technologie ermöglichen wir eine salzfreie Meerwasserkühlung für PV-Kraftwerke und die Landwirtschaft.

Du nanntest gerade PV-Anlagen und Landwirtschaft. Wie kombiniert ihr diese Einsatzbereiche?

Das durch Verdunstung entstandene Süßwasser kann sowohl zur Bewässerungs von Pflanzen, als auch zur Kühlung von PV-Anlagen eingesetzt werden. Unsere Technologie ermöglicht so ca. 230 MW Kühlung für ein 10 MW Solarkraftwerk und 50 Hektar Landwirtschaft. Hervorzuheben ist hierbei, dass der Einsatz unserer Lösung sehr wirtschaftlich ist. Netto ist mit 12 % mehr Stromertrag, einer erhöhten Lebensdauer der PV-Module und 30% - 50% höheren Erträgne in der Landwirtschaft in Dürregebieten zu rechnen.
Neben den positiven Effekten für die PV-Anlagen, gibt es einen hohen sozialen und ökologischen Zusatznutzen in der Landwirtschaft, da wir uns aktiv an die klimatischen Veränderungen des Klimawandels anpassen. In diesem Kontext leisten wir einen Beitrag zur Food-Security und zur Bekämpfung der Desertifikation.

Unternehmensvideo

Indirekte Salzwassernutzung in der Landwirtschaft

Modelle für die Entsalzung von Meerwasser gibt es bereits einige. Wie hebt sich eure Lösung von der eurer Konkurrenten ab?

Wir haben ein extrem günstiges hoch effektives Verdunstermaterial, mit dem die Verdunstungskühlung bei geringen Kosten sehr hoch skaliert werden kann. Die Kombination dieses Kühlungsansatzes mit PV-Kraftwerken und der Landwirtschaft führt zu einer guten Wirtschaftlichkeit.

Verstehe. Woraus bildet sich denn euer Geschäftsmodell?

Das bildet sich ganz simpel aus dem Verkauf von Kühlungsanlagen an EPC-Firmen und Farmer.

Habt ihr euch dafür auf einen bestimmten Markt fokussiert?

Nein, da sind wir sehr offen. Unser Markt liegt in über 40 Ländern auf einer Küstenlänge von über 200.000 km, somit ist unsere Technologie vielen Interessenten zugänglich.

Wo steht ihr denn gerade mit der Entwicklung eurer Lösung?

Wir haben bereits einen Prototypen und eine erste 46 kW Testanlage entwickelt. Außerdem ist eine 400 kW Referenzanlage in Planung. Für die konkrete Umsetzung haben wir erste EPC Partner / Reseller in Spanien, Italien und Tunesien.
Inzwischen haben wir auch einen Pilotkunden in Ägypten, der mit uns eine 1 MW Anlage 200 km südlich von Kairo bauen möchte. Die Anlage wird dann mit versalzenem Grundwasser betrieben.

Volker, vielen Dank für das spannende Interview! Wir wünschen euch für die weitere Entwicklung von ewind viel Erfolg. Ihr habt einen sehr konkreten Energieloft Call eingestellt, in dem ihr Vertriebspartner für eure Referenzanlagen sucht. Interessenten dürfen sich also gerne bei euch melden.