Startup der Woche 24

Startup der Woche 24

10.06.2019 - 16.06.2019

Comgy GmbH

Gründung 2017

Comgy ist ein Anbieter digitaler Messdienstlösungen für die Wohnungs- und Energiewirtschaft. Durch innovative Soft- und Hardwareentwicklungen entlang digitaler Prozesse schafft Comgy mehr Transparenz, Geschwindigkeit sowie Kostenersparnisse bei der Messung, Visualisierung und Abrechnung.

Einleitung

Analoge Verbrauchsmessungen stellen sowohl in der Wohnungs-, als auch in der Energiewirtschaft einen hohen Aufwand dar. Nicht nur das Auslesen der Zählerstände, sondern auch die Übermittlung der Daten ist teuer, intransparent und zeitintensiv. Damit soll jetzt Schluss sein, denn unser Startup der Woche, Comgy, adressiert ebendiese Problematik. Wie? Das erklärt uns CEO Ruben Haas im Interview.

Hi Ruben, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Würdest du uns zum Einstieg einen kleinen Pitch geben?

Kein Problem! Wir bieten digitale Messdienstlösungen für die Wohnungs- und Energiewirtschaft für mehr Transparenz, Geschwindigkeit und Kostenersparnisse bei der Abrechnung von Wasser-, Wärme- und Stromverbräuchen. Letztendlich sagen wir: “Messdienst kann mehr!” und nutzen die Vorteile der Digitalisierung, um die etablierten Prozesse in der Verbrauchsabrechnung neu zu gestalten, mit klarem Mehrwert für Verwaltung, Mieter und Umwelt.

Das klingt nach einer sehr zukunftsträchtigen Lösung. Wie funktioniert das Ganze denn im Detail?

Unser Kernprodukt ist die digitale Messdienstlösung. Diese schneiden wir passgenau auf die Bedürfnisse unsere Kunden zu, vom klassischen Full Service für die Wohnungswirtschaft bis hin zu Saas-Produkten für Selbstabrechner, Energiewirtschaft und Messdienste. Dafür haben wir eigene Gateways entwickelt, eine Plattform zum Geräte- und Datenmanagement und eine App für die reibungslose Montage. Weil wir sowohl auf vollautomatische Auslesung der Zähler setzen, das sogenannte AMR (Automatic Meter Reading), wie auch auf eine hochauflösende Frequenz der Auslesung, stehen mindestens taggenaue Werte zur Verfügung - und die können gewinnbringend genutzt werden. So bieten wir neben der klassischen Heizkostenabrechnung zum Beispiel eine Alarmfunktion bei Leckagen oder Monitoring und Fernsteuerung von Heizanlagen an.

Verstehe. Du hast bereits einige Use Cases und Vorteile eurer Entwicklungen genannt. Siehst du darin auch euer Alleinstellungmerkmal?

Unter anderem, genau. Gerade habe ich ja schon Aspekte erwähnt: Wir machen nicht nur die Abrechnung, sondern werten Messdaten intelligent aus, um darauf aufbauend Mehrwertservices für Verwaltung und Mieter anzubieten. Neben der Orientierung am Mehrwert zeichnet uns allem voran aus, dass wir größtmögliche Flexibilität bieten. Zur proprietären Arbeitsweise der bekannten großen Messdienstanbieter stellt das eine 180-Grad-Wendung dar. Unsere Infrastruktur baut auf den offenen Funkstandard OMS auf. Deshalb können wir einerseits komplett herstellerunabhängig Messgeräte einsetzen und auch geräteübergreifend auslesen - heißt konkret, auch Rauchwarnmelder oder andere Sensoren können ohne Probleme eingebunden werden - und andererseits treiben wir unsere Kunden nicht in eine Abhängigkeit, weil das System auch reibungslos weiterlaufen kann, selbst wenn sie sich irgendwann gegen uns entscheiden sollten. Und: diese Flexibilität zeigen wir nicht nur in der Technologie, sondern auch in den Verträgen.

Und wie bildet sich das Geschäftsmodell zu euren Leistungen?

Wir bieten die klassische Messdienstleistung mit Gerätemiete und Abrechnungsservice genauso wie die Nutzung unserer Plattform und App als SaaS Lösung. Darüber hinaus verkaufen wir auch unsere Gateways und intelligente Messtechnik. Online-Plattform und Gateways können übrigens auch als White Label Option im Kundendesign gestaltet werden - besonders für unsere Kunden aus der Energiewirtschaft ein wichtiger Punkt.

Du hast vorhin erwähnt, dass Comgy sich an die Wohnungs- und Energiewirtschaft richtet. Grenzt ihr eure Zielgruppe in diesen Bereichen weiter ein?

Im Immobilienbereich liegt unser Fokus auf Unternehmen, deren Wohungsbestand eine Größe von 2000 verwalteten Nutzeinheiten übersteigt. Bei unserer zweiten Zielgruppe Energiewirtschaft und andere Messdienste gilt das so nicht, sie nutzen unsere Submetering-Lösung ja eigenständig für ihre Kunden. Bisher sind wir ausschließlich national bzw. im DACH-Raum aktiv, beginnen aber gerade mit dem Aufbau eines internationalen Netzwerks.

Damit kommen wir auch schon zur letzten Frage. Bei meiner Recherche bin ich auf einige Artikel und Pressemitteilungen über euch gestoßen, in denen über teils große Projekte berichtet wurde. Magst du uns mehr darüber erzählen und vielleicht auch darauf eingehen, wo ihr gerade in der Entwicklung von Comgy steht?

Gerne! Zuerst die zweite Frage: Unser Bestand an Wohnungen und Gewerbeeinheiten liegt jetzt im fünfstelligen Bereich. Das liegt auch, aber nicht allein an den großen Projekten, auf die du stoßen bist: Wir konnten unter anderem die Deutsche Wohnen als Partner gewinnen und statten aktuell mehrere Tausend Wohnungen aus deren Bestand in Berlin und Umgebung aus. Im Gewerbebereich arbeiten wir mit der Signa Gruppe und mehreren Stadtwerken und Energiedienstleistern zusammen und Vattenfall setzt in seiner Messdienstsparte auf unsere Gateways.

Vielen Dank für das spannende Interview, Ruben! Wir wünschen euch für eure Projekte viel Erfolg und hoffen, auch weiterhin von euch zu hören! Wer mehr über Comgy erfahren möchte oder Interesse an einer Entwicklungspartnerschaft hat, kann gerne einen Blick in euer Energieloft Profil oder in euren Call werfen.