Startup der Woche 32

Startup der Woche 32

05.08.2019 - 12.08.2019

Qantic GmbH

Gründung 2018

Der KI-basierte Algorithmus von Qantic reduziert Kosten und Emissionen im Stromsektor. Die Qantic GmbH bietet Softwarelösungen zur effizienten Planung und Steuerung komplexer Energiesysteme mit Hilfe neuartiger Techniken des maschinellen Lernens.

Einleitung

Wie sieht das Energiesystem der Zukunft aus? Das fragen sich seit geraumer Zeit wohl alle Unternehmen, die in den Bereichen der Energieversorgung und -Erzeugung tätig sind. Die Reaktion auf diese Frage beinhaltet meist die Nutzung von Buzzwords wie "digital", "smart" oder "dezentral". Die Botschaft ist sicherlich richtig, doch was bedeuten diese Begriffe konkret für die Umsetzung zukunftsträchtiger Energiesysteme? Unser Startup der Woche, Qantic, gibt sich nicht mit Worthülsen zufrieden, sondern beantwortet diese Frage mit einer praxisnahen und zukunftsorientierten Lösung - dem Q-System. Geschäftsführer Thomas Kalitzky erklärt uns im Interview, was dahinter steckt.

Hallo Thomas. Vielen Dank, dass du heute hier bist! Wir beginnen direkt mit einer kurzen Frage: Wie beschreibst du Qantic, bzw. eure Leistungen in einem Satz?

Mit Q-System bietet Qantic eine Lösung zur Steuerung und Planung von Energiesystemen mittels Künstlicher Intelligenz.

Würdest du uns vielleicht etwas genauer erklären, was es mit Q-System auf sich hat?

Wir entwickeln mit Q-System die nächste Generation von Steuerungsalgorithmen, um das volle Potenzial in smarten Energielösungen zu nutzen. Durch eine intelligente Abstimmung von Erzeugung, Verbrauch und Speicherung macht unsere Lösung einen höheren Anteil erneuerbarer Energien nutzbar. CO2-Emissionen und Kosten der Stromerzeugung werden durch Planung und Betrieb mittels Q-System deutlich gesenkt.

Verstehe. Anbieter für die Optimierung von Energiesystemen gibt es ja bereites einige am Markt, dieses Themenfeld ist Vielen also nicht mehr neu. Wo siehst du denn in eurer Lösung, gerade hinsichtlich der KI, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den herkömmlichen Verfahren?

Die herkömmlichen Optimierungsverfahren geraten meist an ihre Grenzen, wenn sie mit der Komplexität dezentraler und digitalisierter Energiesysteme konfrontiert werden. Nahe Echtzeit müssen eine Vielzahl von Sensordaten berücksichtigt und Unsicherheiten bezüglich der Produktion aus Wind- und Solarenergie eingeschätzt werden. Der Optimierungsalgorithmus von Q-System erfüllt diese Anforderungen durch einen innovativen Ansatz auf der Basis von Deep Reinforcement Learning. Hierbei erlernt Q-System Systemverhalten, Sensordaten und sonstige Echtzeitinformationen korrekt zu berücksichtigen, um das System auf kostengünstige Weise in Echtzeit zu steuern. Durch die verbesserte Abstimmung von Verbrauch, Speicherung und Erzeugung ist eine Reduktion der CO2-Emissionen und der Kosten von bis zu 30 Prozent erreichbar.

Verstehe. Wie gestalten sich denn Geschäftsmodell und Vertrieb eures Systems?

Es ist unser Ziel, durch den Einsatz neuester Verfahren aus dem Bereich des Maschinellen Lernens zu einer kostengünstigen und klimaschonenden Energieerzeugung beizutragen. Mit Q-System bieten wir unseren Kunden hierzu das passende Tool als Software-as-a-Service oder lokale On-Premises-Lösungen. Neben klassischen Lizenzverträgen auf Basis jährlicher Nutzungsgebühren können wir auch erfolgsabhängige Erlösmodelle realisieren. Der Nutzer zahlt in diesem Fall in Abhängigkeit der Kostenreduktion, die durch Q-System realisiert wird.

Und welchen konkreten Branchenhintergrund haben die potenziellen Nutzer, die du gerade angesprochen hast?

Unsere Lösung eignet sich insbesondere zur Planung und zum Betrieb von smarten Microgrids, virtuellen Kraftwerken und Eigenversorgungskonzepten in Industrie und Gewerbe. Zu unseren Zielkunden gehören somit Energieversoger, Industrie- und Gewerbekunden mit eigenen Energieanlagen sowie sonstige Anbieter und Anwender smarter Energielösungen.

Das bringt mich auch schon zu meiner letzten Frage: Ihr habt euch 2018 gegründet und seitdem sicherlich schon einige Meilensteine erreicht. Wo steht ihr denn aktuell in der Entwicklung von Q-System?

Q-System verfügt über zwei voneinander unabhängige Module (Planungs- und Steuerungsmodul) mit unterschiedlichem Entwicklungsstand. Das Planungsmodul von Q-System wurde zusammen mit unseren Pilotkunden zur Marktreife entwickelt. Das Steuerungsmodul ist ebenfalls voll einsatzfähig und wurde parallel anhand sog. Digital Twins von Energiesystemen getestet. Mit unseren Pilotkunden bereiten wir nun einen ersten Einsatz des Steuerungsmoduls in einem realen Microgrid vor. Bis Ende 2019 möchten wir weitere Kooperationen eingehen, um das Steuerungsmodul weiterzuentwickeln und für eine Vielzahl von Anwendungsfällen nutzbar zu machen.

Thomas, vielen Dank für das spannende Interview. Wir wünschen euch für eure weitere Entwicklung viel Erfolg und hoffen, noch viel von euch zu hören! Wer Qantic dabei als Entwicklungspartner unterstützen möchte, darf wie immer gerne einen Blick in euer Energieloft Profil werfen oder sich direkt bei euch melden.